
Anschaffung und Pflege
Wichtig ist nicht nur, die richtigen Tiere
auszusuchen, sondern auch das richtige "Zuhause" für die Betta bereit zu haben.
Für einen Harem, also ein Männchen und 2 Weibchen, halte ich ein 60-iger (54
Liter) Aquarium Minimum für notwendig. Außer den 3 Betta Splendens sollten keine
weiteren Fische eingesetzt werden, die den mittleren und oberen Schwimmraum
benutzen. lediglich eine Gruppe Bodenfische dürften als Gesellschaft in solch
kleinem Becken dabei sein. z.B. 6 Panzerwelse (Bodengrund Sand notwendig) und /
oder eine Apfelschnecke, die sich gut um die liegen gebliebenen Futterreste
kümmern kann. Allerdings sollte nicht vergessen werden, auch Apfelschnecken
brauchen eigenes Futter!
Die Einrichtung sollte nicht zu wenig sein, vor allem die Pflanzen.
Betta mögen es gern verkrautet und außerdem bevorzugen sie es etwas dunklerer,
also schön wachsen lassen. Empfehlen kann ich Hornkraut, denn das wächst sehr
schnell, ist eine Schwimmpflanze und bietet ein gewisses Sicherheitsgefühl für
die Betta. Aber auch Najas (Nixkraut), Muschelblumen, Wasserlinsen, sind
passende Pflanzen für ein artgerechtes Betta Splendensbecken. Wurzel oder andere
Höhlen sollten auch nicht fehlen. Die Imponierjagden des Männchens können sehr
stressen und daher brauchen die Mädels Rückziehmöglichkeiten.
Bodengrund empfehle ich auch. Bei der Zucht wird er oft weg gelassen um dem
Männchen die Arbeit zu erleichtern, wenn er die Eier, die rausgefallen sind,
wieder hoch holen muss. Jedoch kann man durchaus Bodengrund verwenden.
Ich benutze Sand. (Spielkastensand genügt, gründliches Auswaschen nicht
vergessen)
Natürlich müsst Ihr das Aquarium wie bei allen anderen Zierfischen erst
einfahren lassen. (in der Regel ca. 4 Wochen)
Filter:
Manche benutzen gar keinen Filter. Betta mögen
keine Strömung. Allerdings verursacht das natürlich viel Arbeit, alle 3 Tage
sollte dann das Wasser gewechselt werden. ich benutze Lufthebefilter, die mit
einer Membranpumpe betrieben werden. Für dieses Volumen reichen sie und die
Strömung ist einstellbar mittels einem Ventil, dass im Zooladen angeboten wird.
Man kann also Filter nehmen, jedoch drauf achten, dass die Strömung nicht zu
stark ist.
Eine Heizung! Natürlich, Betta sind keine Kaltwasserfische. 26 Grad sollte
nicht überschritten werden, optimal sind 24-25 Grad. Höhere Temperaturen würden
unnötig den Stoffwechsel anregen und somit auch die Lebensdauer verkürzen.
Wichtig ist eine Abdeckung. Nicht nur, weil Betta springen und so schnell auf
dem Trockenem landen, sondern weil sie Labyrinther sind und zeitweise zum Atmen
nach oben kommen. Sie benötigen atmosphärische Luft. Könnten sie nicht hoch,
würden sie ertrinken.
Aber die Abdeckung schützt auch vor Zugluft, deshalb sollte sie auch dicht sein.
Sie könnten krank werden und sogar sterben. Also ein Gitter genügt keinesfalls!
Futter:
Betta sind Fleischfresser und es reicht nicht aus, Trocken/Flockenfutter
anzubieten. Auch gefriergetrocknetes Futter bietet nicht genügend Vitamine.
Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia ect. aber auch Lebendfutter sollte
angeboten werden.
Grundsätzliches zu Gesellschaftsbecken mit Betta Splendens:
Betta Splendens sind sehr ruhige Fische und friedliche Nachbarn gegenüber anderer Fischarten. jedoch sollte nie vergessen werden, dass sie über ein sehr ausgeprägtes Revierverhalten, vor allem gegenüber anderer Männchen der eigenen Art verfügen.
Man sollte grundsätzlich niemals 2 Männchen in einem Becken pflegen, egal wie groß es ist. Sie würden sich über kurz oder lang bekämpfen und sogar töten. Ähnlich verhält es sich mit Fischen, die ebenfalls über bunte Schleierschwänze verfügen. Sie könnten als Rivale angesehen werden und genauso tödlich bekämpft werden.
Wegen diesem Verhalten wurden Betta Splendens zu Kämpfen missbraucht, daher auch der Name Kampffisch. Dies ist aber in Deutschland (und nicht nur hier) zum Glück unter Strafe verboten.
Als Gesellschaft zu Betta Splendens passen leider nur sehr wenig Fische. Das sollte auch unbedingt beachtet werden, um das wohlbefinden und Gesundheit der Betta zu wahren.
Fische wie Salmler, Platys, Mollys, Skalare und ähnliche sollten nie zur Gesellschaft gehören. Salmler z.B. sind recht agile Fische und würden die Ruhe des Betta stören. Sie wären gestresst und anfällig für Krankheiten wie z.B. Ichthyo (Weißpünktchenkrankheit). Diese tritt zum Beispiel bei gestressten und dadurch geschwächten Fischen sehr oft auf. Mollys und Platys sind bekannt als Flossenzupfer und könnten den Betta verletzen.
Aber auch Betta untereinander könnten sich bei Balzjagden z.B. verletzen. Um eine Verpilzung vorzubeugen, empfehle ich immer Seemandelbaumblätter im Hause zu haben und ein Blatt auf 100 Liter vorbeugend im Wasser zu lassen. Diese Blätter stören meines Erachtens nicht das Aquariumbild sondern verleiht dem Becken ein Stück Natürlichkeit.
Erhalten kann man diese Blätter in vielen Online Shops und auch auf Ebay.
Die Zucht:
Viele stellen sich das viel zu einfach vor und wollen eben mal nebenbei Betta
Splendens "züchten". Dass das nicht so einfach ist, wird man in dem Bericht
ersehen.
Erstens sollte man wissen, dass ein Becken dafür nicht ausreichend ist. Im
Idealfall sollten mind. 3 Aquarien zur Verfügung stehen. 1. ein 60-iger meiner
Meinung nach am besten für die Paarung und später Aufzucht. Ein 60-iger in dem
das Pärchen später gepflegt wird oder am besten, damit die Beiden sich gut
erholen können 2 getrennte kleinere Becken eventuell dann 2x 40-iger. Man kann
auch ein 60-iger mit Sichtschutz teilen.
Das Paarungsbecken sollte nicht ganz so dicht bepflanzt sein wie das
Hälterungsbecken. Schwimmpflanzen wie Hornkraut (weil mehr Volumen) und
natürlich eine Wurzel z.B. die als Versteck für das Weibchen dienen sollten
jedoch vorhanden sein. Während der Balzjagd kann das Männchen recht rabiat sein.
das Weibchen muss Rückzugsmöglichkeiten haben. beginnt das Männchen mit dem
Führungsschwimmen und ist das Weibchen ebenfalls bereit (zu sehen an den
Laichstreifen senkrecht), kommt das Weibchen aus dem Versteck. es sollte jedoch
nicht so dicht sein, dass das Männchen gar keine Chance hat, sie zu finden.
Javamoos wäre auch später für die Kleinen ganz gut.
Bodengrund ist nicht zwingend erforderlich kann aber genommen werden.
Zur Filterung empfehle ich einen Lufthebefilter mit Schaumstoffpatrone, da die
kleinen eben an dieser Patrone später reichlich Futter finden können.
Eine Heizung halte ich für erforderlich. es kann sein, dass die Paarung mit
Temperaturerhöhung in Schwung gebracht werden müsste.
Auch ist eine Temperatur von 25/26 Grad gut für die Kleinen.
Bitte nicht höher, da sonst der Stoffwechsel der Kleinen stark erhöht wird, was
nicht nur den Wachstum fördert sondern leider auch das Leben verkürzt.
Seemandelbaumblatt sollte man immer im Hause haben, wie oben schon erwähnt. Auch
im Paarungs- und Aufzuchtbecken sollte ein Blatt drin sein. Vor der Paarung kann
es auch Verletzungen geben, die event.... verpilzen könnten. Mit einem SMBB kann
man dem Vorbeugen, außerdem ist die Wirkung dazu stressmindernd und auch das
Wasser bekommt ein sehr bekömmliches Niveau für die Betta.
In den anderen Pflegebecken, wo später das Paar leben wird, sollte gut und dicht
bepflanzt werden, wie oben bei Pflege schon beschrieben.
Hat man alles vorbereitet setzt man das Paar in das Paarungsbecken. Züchten
bedeutet gezielt ansetzen somit hat man sich vorher auf ein bestimmtest Paar
festegelegt.
Im Normalfall paaren die beiden sich spätestens nach 3 Tagen. Eine ständige
Kontrolle und genaues Beobachten ist sehr wichtig, da man eventuell noch mal
trennen muss, falls es zu rabiat vorgeht. man möchte ja keine Verluste, nicht
ohne Grund hat man sich auf bestimmte Tiere festegelegt.
Sollte es länger nicht zur Paarung kommen, gibt es verschiedene Methoden diese
anzuregen.
Nach der Paarung sollte das Weibchen sofort aber vorsichtig entfernt werden,
damit das Nest nicht zerstört wird.
Die Paarung beginnt in der Regel mit heftigen Jagden des Bockes nach dem
Weibchen. Ist er zur Paarung bereit, beginnt er das Führungsschwimmen und holt
so das Weibchen unter das Nest.
Sie umschlingen sich und fallen danach in eine Laichstarre, keine Angst keiner
ist tot auch wenn es im ersten Moment so aussieht.
Die Paarung wird so immer wieder wiederholt. dazwischen sammeln meist beide die
Eier auf und bringen sie zum Nest.
Ist die Paarung zu Ende, meist dauert sie bis zu 4 Stunden und auch sogar einen
ganzen Tag, verjagt das Männchen das Weibchen und es sollte entfernt werden. Das
Männchen könnte sonst unter Umständen das Weibchen sogar töten.
Jetzt sollte das Weibchen gut gepäppelt werden und auch hier ist ein
Seemandelbaumblatt sehr entspannend für sie wie später auch für den Bock.
Gutes Futter wie z.B. Mückenlarven (ich bevorzuge rote) ist jetzt angebracht.
Das Männchen pflegt nun das Nest und die Kleinen, die nach ca. 24-36 stunden
schlüpfen, bis die Kleinen freischwimmen. Das ist meist nach ca. 4 Tagen so.
freischwimmen bedeutet waagerecht, denn anfangs bewegen sie sich senkrecht.
Nachts muss nun eine Beleuchtung vorhanden sein. dafür genügt eine kleine
Tischleuchte. Das Licht nachts dient dazu, dem Männchen das Finden herunter
gefallener Eier und später Larven zu erleichtern. Auch die Kleinen finden das
Nest so einfacher als ohne Licht.
Dann sollte das Männchen genau wie zuvor das Weibchen verwöhnt werden.
Ab der Paarung sollte nicht gefüttert werden (der Bock), da er unter Umständen
die Eier und die Kleinen sonst auch als Futter ansehen könnte.
Die Kleinen werden ab ca. den 3 Tag zugefüttert. Sind sie in einem gut
eingefahrenen Becken finden sie reichlich Nahrung in Form von Infusorien und
müssen nur sehr wenig zugefüttert werden.
Anfangs kann man sie mit fein zerriebenen Flockenfutter und Artemianauplien
sowie anderen Kleinstlebendfutter füttern.
Nach 6 Wochen ungefähr bilden sie ihr Labyrinthorgan aus. Ab ca. der 8.Woche
muss man anfangen zu separieren. das kann aber auch schwanken mal früher mal
später. Immer das zu sehr rabiate Kleine sollte nun entfernt und einzeln gesetzt
werden. Dafür kann man z.B. 3 Liter Faunaboxen benutzen.
Ab ca. 6/7 Monate manchmal auch später, sind die Betta Abgabebereit.
Das bedeutet, dass man bis dahin alle Einzelbecken, wenn man kein filterbares
Mehrkammerbecken (mit Sichtschutz) hat, alle 3 Tage Wasserwechsel durchführen
muss.
Hier seht Ihr die Umschlingung während der Paarung. Über den Beiden sieht man
das Schaumnest.

Ich stelle hier ein Video zur Verfügung (zum Anschauen), das eine Paarung der Betta Splendens zeigt.
Da das Video recht groß ist um eine gute Qualität zu bieten, dauert die Ladezeit ein paar Minuten. Aber ich verspreche es lohnt sich. Fahrt einfach mit der Maus über das geladene Bild und der Film wird beginnen.
